Hessischer Waldbesitzerverband

Die Jagd

Jagd und Waldwirtschaft

Die Bedeutung des Waldes und seiner nachhaltigen Bewirtschaftung wird unter den Gesichtspunkten des Klimawandels, dem steigenden Bedarf am Rohstoff Holz und der Erhöhung der Biodiversität in Zukunft für die Menschen weiter zunehmen.

Primäres Ziel ist der Erhalt eines multifunktionalen, standortgerechten und nachhaltigen Waldökosystems. Grundlage für eine naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes ist die natürliche Verjüngung der Bäume. Die Jagd nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein und entscheidet maßgebend darüber, welche Baumarten eine Chance bekommen, sich im Wald zu etablieren.

Die Aufgabe der Jagd im Wald ist es daher dafür zu sorgen, dass eine natürliche Verjüngung und ein gesundes Heranwachsen der verschiedenen Baumarten ohne Schutzmaßnahmen möglich ist. Ist die Naturverjüngung aufgrund von Verbiss nicht mehr möglich, spricht man von überhöhten Wildbeständen. Um eine nachhaltige und naturnahe Waldwirtschaft betreiben zu können, sind waldverträgliche Wildbestände unverzichtbar.

Ökologische und ökonomische Bedeutung der Jagd:

Wildschäden erschweren nicht nur die nachhaltige, naturnahe Bewirtschaftung des Waldes, sondern können bei den Waldeigentümern zu erheblichen finanziellen Mehraufwendungen und Mindererträgen führen. Diese Mehraufwendungen übersteigen die Einnahmen aus der Verpachtung der Jagdreviere zumeist erheblich. Das Einzäunen von nur 1 Hektar Wald kostet den Waldbesitzer mit Auf- und Abbau des Zaunes ca. 4.000€. Zudem wird durch die Zäunung großer Waldflächen der Lebensraum der Wildtiere künstlich verkleinert und der Fraßdruck auf die übrigen Flächen kann zunehmen. Waldbesitzer und Jäger sind daher gleichermaßen gefordert, unter Einhaltung jagdrechtlicher Vorgaben im Interesse des Waldes zu handeln und Jagen. Ein gesunder und vitaler Wald stellt die Grundlage für einen gesunden Wildbestand dar.

Zertifizierung:

Angepasste Wildbestände haben nicht nur eine große Bedeutung für eine standortgerechte Verjüngung im Sinne einer ökonomischen und ökologischen Waldbewirtschaftung. Sie sind zudem auch ein bedeutendes Kriterium der Zertifizierungsstandards der nachhaltigen Forstwirtschaft, welche aktuell auf ca. 70 % der deutschen Waldfläche umgesetzt sind. Können die Hauptbaumarten in zertifizierten Wäldern nicht ohne Schutzmaßnahmen gegen Schäle und Verbiss (Wildschäden)heranwachsen, führt das zum Verlust des Zertifikates und erschwert die Holzvermarktung des Waldbesitzers erheblich.

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